Glücksspiel kann süchtig machen. In Deutschland sind nach Schätzungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) etwa 1,3 Millionen Menschen von problematischem oder pathologischem Spielverhalten betroffen. Die gute Nachricht: Es existiert ein differenziertes, staatlich unterstütztes Hilfesystem, das anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar ist.
Anzeichen problematischen Spielverhaltens
Die Grenze zwischen gelegentlichem Unterhaltungsspiel und problematischem Verhalten ist fließend. Typische Warnzeichen, bei denen professionelle Beratung sinnvoll ist:
- Sie denken häufiger ans Spielen als Ihnen lieb ist
- Sie setzen mehr Geld ein als geplant oder als Sie es sich leisten können
- Sie versuchen, Verluste durch weiteres Spielen wettzumachen
- Sie verheimlichen Ihr Spielen vor Familie, Partner oder Freunden
- Sie haben bereits Geld bei Familie oder Bank geliehen, um weiter zu spielen
- Ihr Spielen beeinträchtigt Arbeit, Beziehungen oder finanzielle Situation
Treffen mehrere dieser Punkte auf Sie zu, empfehlen wir nachdrücklich, eine der unten genannten Anlaufstellen zu kontaktieren. Die Kontaktaufnahme ist anonym und kostenlos.
Hilfe-Angebote in Deutschland
BZgA-Beratungstelefon
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet eine kostenfreie Telefonberatung. Die Beratung erfolgt anonym durch qualifizierte Fachkräfte.
- Telefon: 0800 1 37 27 00 (kostenfrei)
- Web: check-dein-spiel.de
- Öffnungszeiten: Mo–Do 10–22 Uhr, Fr–So 10–18 Uhr
Selbsttest
Auf check-dein-spiel.de finden Sie einen wissenschaftlich fundierten Selbsttest, mit dem Sie Ihr Spielverhalten einordnen können. Das Ergebnis erlaubt eine erste Einschätzung und gibt Hinweise, ob weitere Schritte sinnvoll sind.
OASIS — bundesweites Sperrsystem
OASIS ist das von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) betriebene, gesetzlich verankerte Sperrsystem. Wer sich in OASIS sperren lässt, erhält in allen lizenzierten deutschen Spielbanken, Spielhallen und Online-Casinos keinen Zutritt mehr. Die Sperre gilt mindestens drei Monate, kann aber auch unbefristet sein.
- Selbstsperre: Beantragung direkt in jeder Spielbank oder online über das GGL-Portal
- Fremdsperre: Angehörige oder Behörden können eine Sperre veranlassen, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind
Suchtberatung vor Ort
In allen Bundesländern existieren Suchtberatungsstellen der Caritas, der Diakonie, des Deutschen Roten Kreuzes und freier Träger. Eine Übersicht regionaler Beratungsstellen finden Sie auf suchthilfeverzeichnis.de.
Anonyme Spieler
Die Selbsthilfegruppen der „Anonymen Spieler" (GA) richten sich an Betroffene, die in der Gruppe Unterstützung suchen. In fast jeder größeren Stadt existieren regelmäßige Gruppentreffen.
- Web: anonyme-spieler.org
Gam-Anon für Angehörige
Angehörige und Freunde von Spielbetroffenen finden Unterstützung in der Selbsthilfegruppe Gam-Anon. Oft ist es für die gesamte Familie hilfreich, parallel zur Behandlung der betroffenen Person eigene Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Prävention im Alltag
Wenn Sie gelegentlich eine Spielbank besuchen möchten, helfen einfache Regeln, Spielen innerhalb eines gesunden Rahmens zu halten:
- Budget vorher festlegen — und sich strikt daran halten, auch bei Verlusten
- Niemals Verlusten hinterherspielen — die statistische Wahrscheinlichkeit ist unabhängig vom bisherigen Verlauf
- Zeitlimit setzen — eine Uhr sichtbar mitführen, Spielbanken haben oft keine Uhren an den Wänden
- Nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss spielen
- Nicht als Einkommensquelle verstehen — die Erwartungswerte aller Kasinospiele sind zu Gunsten des Hauses
- Nie mit geliehenem Geld spielen
Unsere redaktionelle Haltung
Spielbank Guide beschreibt Hotels und Spielbanken als architektonische und kulturelle Objekte — nicht als Orte, an denen Gewinne erzielt werden können oder sollten. Wir verzichten in allen unseren Inhalten bewusst auf Gewinnversprechungen, Quoten-Darstellungen, Strategien oder Ähnliches. Glücksspiel ist für uns Unterhaltung und Kulturerlebnis, nicht Einkommensquelle.
Kontakt in akuten Situationen
In Situationen akuter psychischer Not wenden Sie sich bitte an die Telefonseelsorge (0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, kostenfrei, 24/7). Bei Suizidgedanken oder vergleichbaren Krisen ist der sofortige Notruf 112 angezeigt.