Als Steve Wynn 1998 das Bellagio eröffnete — auf dem Grundstück des gesprengten Dunes-Hotels —, markierte das einen Wendepunkt in der Geschichte des Las Vegas Strip. Vorher hatte der Strip mit Mirage und Treasure Island den Themenpark-Ansatz etabliert. Mit dem Bellagio kam ein neues Qualitätsniveau: elegantere Architektur, Kunst als Markenzeichen, Restaurants von weltbekannten Köchen, ein achtstöckiger Botanischer Garten im Atrium. Das Bellagio inspirierte die gesamte nächste Welle des Strip — Wynn, Venetian, ARIA. Bis heute gilt es als Maßstab.

Lage und Zugang

Zentral am Strip, gegenüber vom Caesars Palace, direkt neben dem Paris Las Vegas. Der 3,3 Hektar große Lake Bellagio vor der Hotelfassade trennt das Haus vom Las Vegas Boulevard; auf dieser Wasserfläche findet alle 15–30 Minuten die berühmte Fontänen-Show statt, eines der meist-besuchten kostenlosen Spektakel der USA. Der Haupteingang liegt am Zufahrtsweg vom Boulevard, der Valet-Service ist 24/7 verfügbar.

Architektur und Gestaltung

Die Fassade — cremefarbener Beton mit toskanisch inspirierten Elementen — nimmt Bezug auf die Region am Comer See (Bellagio, Italien), nach der das Hotel benannt ist. Architekturbüro war DeRuyter Butler (mit Jon Jerde). Der 36-stöckige Hauptturm — später erweitert durch den Spa Tower (2004) — war zur Eröffnung der höchste Hotel-Bau am Strip.

Im Foyer erwartet den Gast Dale Chihulys „Fiori di Como" — eine Glasplastik aus 2.000 handgeblasenen Glasblüten an der Lobby-Decke. Das Werk gilt als ein Schlüsselstück des Glaskünstlers und ist eines der meistfotografierten Kunstwerke des Strip.

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Conservatory & Botanical Gardens

Direkt neben der Lobby — kein separat bezahlter Zugang — liegt das Conservatory, ein 1.300 Quadratmeter großer Botanischer Garten mit 14 Meter hoher Glaskuppel. Die Bepflanzung wird fünfmal pro Jahr komplett neu gestaltet, orientiert an Jahreszeiten und Feiertagen (Chinesisches Neujahr, Frühling, Sommer, Herbst, Winter). Jede Ausstellung beschäftigt rund 140 Gärtner und Techniker in wöchenlanger Umgestaltung. Ein Höhepunkt jedes Aufenthalts.

Zimmer

Das Bellagio bietet 3.950 Zimmer und Suiten verteilt auf Hauptturm und Spa Tower. Nach mehreren Renovierungsphasen — die letzte große 2016–2018 — sind die Zimmer in klassisch-eleganter Einrichtung mit Creme- und Marmorflächen ausgeführt. Größentypisch sind 48 Quadratmeter im Standard-Zimmer (Resort-King), was für Strip-Verhältnisse überdurchschnittlich ist.

Suiten reichen vom Fountain View King (mit direktem Blick auf die Fontänen-Show — der begehrteste Blick am Strip) bis zu Penthouse-Suiten mit bis zu 500 Quadratmetern. Reservierungshinweis: Fountain View ist deutlich teurer als Strip View; bei Booking ausdrücklich nach „Fountain View" fragen. Sonst wird oft Strip View zugeteilt, was Blick nach Norden auf Caesars-Dach bedeutet — weniger spektakulär.

Restaurants

Das Bellagio beherbergt eine der dichtesten Michelin-ähnlichen Restaurant-Landschaften am Strip (Michelin zieht Las Vegas erst seit 2008 nicht mehr aktiv in Betracht — die Sternesysteme sind seitdem informell). Flaggschiffe:

  • Picasso — klassisches Fine Dining mit originalen Picasso-Gemälden an den Wänden. Küchenchef Julian Serrano
  • Le Cirque — französische Klassik
  • Prime Steakhouse — Jean-Georges Vongerichten
  • Lago — italienisch, mit Blick auf den See (Julian Serrano)
  • Yellowtail — japanisch-peruanisch (Akira Back)

Für das kulinarische Segment gehört das Bellagio zu den ersten drei Adressen des Strip.

Pool

Das Pool-Areal im römisch-mediterranen Stil (Cypress Court) gilt als eines der elegantesten am Strip. Fünf voneinander getrennte Pool-Anlagen, Cabanas, ganzjährig beheizt. Weniger laut als Pools im Flamingo oder Mandalay, dafür familienuntauglicher — das Bellagio positioniert sich explizit für erwachsene Gäste.

Spa und Fitness

Der Spa Tower beherbergt das Spa Bellagio — Behandlungen, Pools, Saunen, Dampfbäder auf 6.000 Quadratmetern. Nach unserem Eindruck solide, aber nicht das Alleinstellungsmerkmal des Hauses; stärkere Spa-Anlagen finden sich im Wynn oder ARIA.

Unterhaltung

„O" von Cirque du Soleil — die Wassershow im eigens errichteten Theater — läuft seit Eröffnung des Hotels (1998) und gehört zu den erfolgreichsten Cirque-Produktionen. Für Reisende bei ihrem ersten Strip-Besuch unbedingt empfohlen, sofern Tickets verfügbar (oft Monate im Voraus ausgebucht).

Casino-Floor (aus Architekturperspektive)

Der Casino-Floor — rund 15.000 Quadratmeter — ist in bronzenen Farbtönen gehalten, deutlich dezenter als die Konkurrenz (Caesars, Venetian). Tische für Roulette (amerikanisch), Blackjack, Baccarat, Poker (inkl. eigenem High-Limit-Room). Unser Kommentar beschränkt sich auf Atmosphäre: ruhig, erwachsen, weniger akustischer Lärm der Slot-Maschinen als in anderen Häusern.

Preisniveau

Das Bellagio ist preislich im oberen Segment des Strip positioniert — Standardzimmer werktags oft zwischen 250 und 450 USD, Fountain View ab 400 USD, Suiten ab 600–800 USD. Wochenenden (insbesondere bei Großevents wie Formel-1-Rennen, NFL-Finals) bis zum Doppelten. Direkte Buchung über bellagio.mgmresorts.com oft mit Paket-Angeboten günstiger als OTA-Platformen.

Fazit

Das Bellagio ist — seit einem Vierteljahrhundert — der Referenzpunkt, an dem sich andere Strip-Hotels messen. Die Kombination aus Fontänen, Conservatory, Chihuly, Cirque-du-Soleil-„O", Top-Restaurants und hoher Service-Qualität ergibt ein Gesamterlebnis, das für viele Reisende den Inbegriff von Las Vegas verkörpert. Unsere Empfehlung für Erstbesucher des Strip: mindestens eine Nacht im Bellagio, idealerweise mit Fountain View — das Erlebnis rechtfertigt den Aufpreis.

Weitere Strip-Hotels: Las Vegas Top 10 Übersicht.

Verantwortungsbewusst spielen

Glücksspiel kann süchtig machen. Informationen zu Hilfsangeboten: Hilfe-Ressourcen. In den USA: 1-800-GAMBLER.

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